Unsere Reaktion auf den Artikel im Weser-Kurier am 02.02.2020

Am 02.02.2020 hat der Weser-Kurier folgenden Artikel veröffentlicht:
Das war unsere Reaktion an die Verantwortliche Journalistin
Liebe Frau Röhling,
wir haben uns sehr gefreut, kürzlich ihren fertigen Artikel zu lesen. 
In weiten Teilen waren wir sehr mit Ihrer Darstellung einverstanden, uns sind aber ein paar Einzelheiten aufgefallen, die wir gerne anmerken würden. 
Sie beschreiben in Ihrem Artikel “beide Geschlechter” oder “die zwei biologischen Geschlechter”. Dies empfinden wir aus zwei Gründen als problematisch: Zum einen exkludiert diese Grundannehmen viele inter* Personen, die eben nicht XX- oder XY-Chromosome haben oder auf anderen Ebenen nicht den gängigen biologisch-medizinischen Grunderwartungen an männlich/weiblich entsprechen. Wegen des gesellschaftlichen Zwangs nach “eindeutiger Zuordenbarkeit” zu einem von nur zwei Geschlechtern, nehmen Ärzt*innen auch heutzutage noch sehr häufig genitalangleichende Maßnahmen bei Säuglingen vor. Diese Praxis kann nur aufhören, wenn in der breiten Bevölkerung das Bewusstsein geschaffen wird, dass “geschlechtliche Eindeutigkeit” zunächst einmal eine Erwartung und keine biologische Tatsache ist und dass alle geschlechtlichen Variationen (sichtbar und/oder seelisch) vollkommen akzeptable Normvarianten, nicht -abweichungen (und damit Krankheiten) sind. 
Andererseits betrachten wir generell eine biologistische Sicht auf Geschlecht kritisch, schon allein, weil geschlechtsspezifische Rollenerwartungen und -bilder in großen Teilen sozio-kulturell bedingt und anders als oft angenommen nicht “naturgegeben” sind. Sogar die Auffassung davon, wie viele Geschlechter existieren, kann je nach Kulturkreis und Geschichtsabschnitt stark variieren. Die Festlegung auf genau zwei zugrundeliegende Varianten empfinden wir als willkürlich, genitalfixiert und exkludierend. 
Darüber hinaus möchten wir kurz anmerken, dass wir zwar erklärte Allies der inter* Community sind, aber inter* als Verein nicht offiziell vertreten. Das ist deshalb so, weil wir es wichtig finden, dass Beratung und öffentlich wirksame Darstellungen dieser Community in den Händen von Peers, also betroffenen Personen, liegen sollte. Diese wissen oft viel besser über ihre communityinternen Bedürfnisse bescheid und haben ein Anrecht darauf, ihre öffentliche Präsenz selber zu gestalten.
Wir hoffen, Sie können mit unseren Anmerkungen etwas anfangen, und freuen uns über einen ausführlicheren Dialog, wenn von Ihrer Seite aus Interesse besteht.
Herzliche Grüße
Der Vorstand Trans*Recht e.V.

Poster und Begleitheft Trans*Körper*Wahrnehmung – Ressourcen rund um die Mastektomie (de/en)

english below

Poster und Begleitheft Trans*Körper*Wahrnehmung – Ressourcen rund um die Mastektomie

 

 

 

Das Poster und die Broschüre sind hier als pdf zum Download verfügbar. Die Druckversion ist über die Geschäftsstelle des Bundesverband Trans* bestellbar: info[at]bv-trans.de.

Du überlegst, ob du dich für eine Brust-Transformations-Operation (Mastektomie) hin zu einem flachen Brustprofil entscheidest? Vielleicht fragst du dich, was dieser Schritt für dich und dein Leben bedeutet? Vielleicht hast du dich schon dazu entschieden? Das zweisprachige DIN-A2 Poster und die dazugehörige Broschüre (deutsch-englisch) haben Alexander Hahne www.alexanderhahne.com und K* Stern www.praxis-kstern.de für alle Menschen mit diesen Fragen entwickelt – unabhängig davon, wie du dich und deine Geschlechtsidentität selbst bezeichnest.

Die Broschüre und das Poster haben sie als zusätzliches Angebot zu regulärer medizinischer Versorgung, psychotherapeutischer Begleitung und Beratung entwickelt.

Alexander Hahne und K* Stern möchten den Blickwinkel auf diese Operation um die Perspektiven von Körperwahrnehmung und die eigene, achtsame Empfindung erweitern: Was macht das alles mit mir? Was spüre und fühle ich dabei? Wie kann ich dafür sorgen, dass es mir vorher, währenddessen und nachher gut geht?

english:

Poster and brochure Trans*Body*Awareness – Resources for top surgery Download the poster and brochure here or order a hardcopy at Bundesverband Trans*: info[at]bv-trans.de.

You wish you had a flat chest? You are dealing with decision whether to have top surgery? You are asking yourself what this step would mean to you and your life? Maybe you have already decided to have top surgery? Alexander Hahne www.alexanderhahne.com und K* Stern www.praxis-kstern.de developed the bilingual poster and associated brochure (German/English) for everybody who is dealing with these questions – regardless of their gender identity.

The poster and the brochure are for trans* people in addition to medical care, psychotherapy and counseling. Alexander and K* would like to broaden the view on this surgery with the perspective of mindful body awareness: What do I feel inside of me? What do I notice? How can I take good care of myself, to be well before, during and after top surgery?

Beratungsmodus geändert – Telefon- und Mailberatung wird weiterhin angeboten

Liebe Alle, aufgrund der Aktuellen Situation haben wir unseren Beratungsmodus geändert.

Es gibt auf absehbare Zeit keine offene Beratung mehr.

Wir werden aber weiterhin Mail- und Telefonberatung anbieten.

Ihr erreicht uns  unter:

beratung [at] trans-recht.de

oder unter:

0160-5889070

Telefontermine für Beratungsgespräche können auch per Mail abgesprochen werden.

Mehr Infos: https://trans-recht.de/beratung/beratung-bremen/

Was machen wir am TDOV in Bremen 2 – Treffen am 04.03.2020 19:00Uhr

Datum: 04.03.2020

Uhrzeit: 19:00Uhr

Ort: Rat und Tat, Theodor-Körner-Str. 1, 28203 Bremen

Am 31.03.2020 ist International Transgender Day of Visibility.

Bei unserem Treffen im Februar haben wir schon angefangen zu planen.
Bisher stehen auf dem Plan:
Ein Infostand in der Innenstatdt.
Eiine Kundgebung zum TDOV
Ein Filmabend im City 46 (Film: Major OmU)

Hab ihr noch Ideen, wollt ihr einen Redebeitrag bei der Kundgebung halten, wollte ihr was ganz anderes machen.
Kommt vorbei und lasst uns gemeinsam Planen

Wir treffen uns im Rat und Tat unter dem Dach.
Der Raum ist leider überhaupt nicht Barrierefrei.

Liebe Grüße

Die Menschen von Trans*Recht e.V.

Was machen wir am TDOV in Bremen – Treffen am 05.02.2020 19:00Uhr

Datum: 05.02.2020

Uhrzeit: 19:00Uhr

Ort: Rat und Tat, Theodor-Körner-Str. 1, 28203 Bremen

Am 31.03.2020 ist International Transgender Day of Visibility.

Wir von Trans*Recht e.V. möchten Euch gerne einladen, um gemeinsam zu überlegen, was an diesem Tag in Bremen laufen kann, um Sichtbarkeit für die Anliegen von trans* Personen zu schaffen. Alle, die gerne etwas (mit)planen möchten sind herzlich willkommen.

Liebe Grüße

Die Menschen von Trans*Recht e.V.

Körpererfahrungsworkshop für trans* und gender non-konforme Menschen – Fokus Präsenz und Entspannung

mit Alexander Hahne
Sonntag 16.02.2020 von 10-15 Uhr im “Saal” der Etage in Bremen, kostenfrei – Spenden sind willkommen

In diesem 5 ­stündigen Workshop kannst du deinen Körper in Bewegung und Ruhe erleben, dich mit und ohne Körperkontakt spüren und kennen zu lernen. Der Fokus des Seminars wird körperliche Präsenz und Entspannung sein. Körperlich präsent sein, Raum ein nehmen oder sich zurücknehmen, subtiles und offensichtliches. Wie fühle ich mich Innen und wie wirke ich nach Außen? Wir werden verschiedene körperpraktische Übungen aus der Körperarbeit, Massage, Entspannung und Tanz gemeinsam durchführen. Ein paar Übungen enthalten Körperkontakt – wenn du das nicht möchtest, wird es alternativen dazu geben. Zwischendurch gibt es immer wieder angeleitete Phasen zur Selbstreflexion. Wir werden überwiegend in Stille und Bewegung sein, zwischendurch wird es Momente des sprachlichen Austausches geben. Durch körperpraktisches Erleben nähern wir uns unserem Körper und unserer Präsenz an und nehmen unseren Körper explizit wahr.
Der Workshop ist für alle offen – egal wie du dich geschlechtlich verortest. Ob trans* Mensch, nicht-binär, weder-noch, gender non-konform oder ganz anders. Alle Übungen sind trans*sensibel Konzipiert. Du entscheidest selber, wie weit und wie intensiv du dich und deinen Körper erkunden möchtest.

Alexander Hahne, Hamburg
MA. BSc. Medientechnik, Sexualpädagoge (gsp) und Bodyworker. Leiter von Workshops rund um die Themen Körpererfahrung und Bewegung, Referent für trans* spezifische Sensibilisierungsarbeit. Langjährige Erfahrung und Fortbildung in Tanz und kreativen Ausdrucksformen (u.a. Ballett, New Dance, Kontaktimprovisation, Butoh, Body-Mind-Centering, Kickboxen, Mixed-Martial-Arts).
www.alexanderhahne.com

Wann: Sonntag 16.02.2020 von 10-15 Uhr
Wo: Etage Bremen, Herdentorsteinweg 37, Barrierefreier Zugang
Bitte anmelden: anmeldung[at]trans-recht(punkt)de – begrenzte Plätze.

Außerordentliche MV und Gesprächsnachmittag über die BVT*

Hallo liebe Mitmonster,

hiermit möchten wir euch Einladen zur außerordentlichen Mitgliederversammlung von Trans*Recht e.V. und zum Plenum/ Gespräch über die Situation innerhalb der Bundesverbandes Trans.

Termin: 25.01.2020 15:00Uhr

Ort: Bremen, Rat und Tat, Theodor-Körner-Straße 1, 28203 Bremen

Die außergewöhnliche Mitgliederversammlung ist Notwendig um eine neue Kassen*prüfende Person zu wählen.

Zur Situation innerhalb der BVT:

Wir haben an der Mitgliederversammlung der BVT teilgenommen und 4 Anträge gestellt, die sich mit der Situation der BVT und AG non-binary befassen. Von den 4 Anträgen wurde einer Abgelehnt und drei sind beschlossen worden. Die Anträge findet ihr im Anhang.

Liebe Grüße

Maike, Iwan, Mary und Lennard.

Empowerment-Workshop für nicht-binäre/enby Menschen

Bitte anmelden: anmeldung[at]trans-recht(punkt)de  – begrenzten Plätze.

Du verortest Dich als nicht-binär, non-binary, weder noch, genderqueer, agender oder weißt es (noch) nicht so genau?

Der Workshop soll einen geschützten Raum aufmachen, um die eigene Identität und Diskriminierungserfahrungen zu reflektieren. Wie wirken Cis-Sexismus, Trans*normativität und Nicht-binär-Feindlichkeit? Wie gehen wir damit um? Wo finden wir Unterstützung, wie können wir uns gegenseitig unterstützen und feiern? Und was macht uns am nicht-binär Sein eigentlich Spaß?

Ziel des Workshops ist es, Möglichkeiten für den Umgang mit diskriminierenden Alltagssituationen und machbare Interventionsstrategien zu finden.

Leitung: Francis – ist Autor*in, Antidiskriminierungstrainer*in sowie Doktorand*in – arbeitet zu den Themen geschlechtliche und sexuelle Selbstbestimmung und Klassismus.

Samstag, 21. Dezember 2019

10 bis 17 Uhr in der KlimaWerkStadt | kostenfrei

Westerstraße 58, Bremen-Neustadt

Haltestelle Westerstraße | BSAG-Linien 1, 8, 24, 26, 27 u.v.m.

Bahnhof Neustadt ca. 10 Minuten zu Fuß entfernt | Nordwestbahn

Wir wollen Barrieren abbauen. Bitte fragt Rampe, Übersetzung u.ä. an.

Es gibt Wasser, Tee, Obst und eine Mittagspause (Selbstversorgung).

 

anmeldung[at]trans-recht(punkt)de

 

DANKE! Gemeinsam finanziert und unterstützt von Trans*Recht e.V. (Veranstalter*in) – Autonomes Feministisches Referat Universität Oldenburg – Autonomes Feministisches Referat Universität Bremen – Rat&Tat-Zentrum für queeres Leben e.V.

Dr. Josch Hoenes, 1972 – 2019

Wir trauern um unseren Mitbegründer Josch Hoenes. Josch ist am 22. 9. 2019 im Urlaub unerwartet an Herzversagen gestorben. Nun trauern wir nicht nur um unseren Mitbegründer, sondern auch um unser ehemaliges Vorstandsmitglied, unseren Kassenprüfer, langjährigen Weggefährten, Ratgeber und um einen wichtigen Freund. Ohne Josch gäbe es Trans*Recht heute nicht.

Josch war nicht nur ein Aktivist mit Leib und Seele, er war auch ein Vorkämpfer und Wegbereiter. Er gehörte zur ersten Generation offen trans* lebender Menschen, die als trans* Personen zu Trans*-Themen geforscht haben. Er hat vorgelebt, wie Trans*-Selbstbewusstsein und Empowerment aussehen kann und dabei immer wieder sowohl von seinen Communities als auch von der Mehrheitsgesellschaft Respekt eingefordert. Er hat für Gleichberechtigung gekämpft und sich niemals mit den angebotenen Krümeln zufrieden gegeben. Dabei blieb er immer klug und fair in seiner Argumentation, aber er konnte kompromisslos sein und ist damit oftmals angeeckt. Josch war ein Vorbild für viele von uns.

Im Laufe seines Lebens hat Josch zahlreiche queere und Trans*-Strukturen mit aufgebaut; von lesbischen Community-Strukturen im München der ’90er Jahre über das bundesweite Inter-Trans*-Wisschenschaftsnetzwerk bis hin zu, nun ja, Trans*Recht in Bremen. Und er hat immer wieder die Kraft gefunden, von Neuem anzufangen. Dabei hat Josch viele Erfolge gefeiert und viele Rückschläge einstecken müssen. Einige davon haben wir gemeinsam gefeiert und verarbeitet. Wir haben dabei viel von und mit Josch gelernt und wir konnten dabei immer auf seine differenzierten Perspektiven, seinen Gerechtigkeitssinn und seine Solidarität zählen. Josch hat an den richtigen Stellen “Ja, das machen wir jetzt einfach!” Oder “Nein, lasst uns das nochmal durchdenken” gesagt. Und für diese Impulse werden wir ihm immer dankbar sein. Sein Tod hinterlässt eine schmerzliche Lücke und wir werden ihn noch lange vermissen.

Stellungnahme von Trans*recht e.V. zum “Entwurf eines Gesetzes zur Neuregelung der Änderung des Geschlechtseintrags”

In den vergangen Tagen, bzw eher Stunden hat Trans*recht e.V., der BVT* und verschiedene weitere Gruppen an einer Stellungnahme zum Referent_innenentwurf “Entwurf eines Gesetzes zur Neuregelung der Änderung des Geschlechtseintrags” gearbeitet.

Dieses Gesetz soll das bisherige TSG ersetzen.

Was erstmal gut klingt stellt sich bei genauer Lektüre als Mogelpackung heraus.

Um es kurz zu fassen:

Lehnt Trans Recht e.V. diesen Gesetzesentwurf ab.

Wenn ihr wissen wollt, warum wir diesen Entwurf ablehnen, findet ihr hier unsere Stellungnahme als pdf:

https://trans-recht.de/wordpress/wp-content/uploads/2019/05/2019-05_Stellungnahme_Trans-Recht_Final.pdf

Wenn ihr den Gesetzesentwurf selber lesen wollt empfehlen wir euch an dieser Stelle Buzzfeed:

https://www.buzzfeed.com/de/julianeloeffler/gesetzentwurf-transsexuellengesetz-tsg-reform-kritik

Wir sehen noch viel Arbeit auf die Community zu kommen, bis es zu einer guten Reform des TSG kommt, es sei denn die Regierung würde der von Ihr in Auftrage gegebenen Arbeitsgruppe glauben schenken und sich an das:

Gutachten: Regelungs- und Reformbedarf für transgeschlechtliche Menschen.

halten.

Wir verweisen an dieser Stelle gerne auf Seite 26-32

https://www.bmfsfj.de/blob/114064/460f9e28e5456f6cf2ebdb73a966f0c4/imag-band-7-regelungs–und-reformbedarf-fuer-transgeschlechtliche-menschen—band-7-data.pdf