Selbstbehauptungskurs trans*, inter*, nicht-binär

Liebe Community in Bremen und umzu,

in den letzten Tagen haben uns und auch andere Vereine immer wieder Anfragen zu einem Selbstbehauptungs-/Selbstverteidigungskurs für trans*, inter* und nicht nicht-binäre Personen erreicht.

Die schrecklichen Taten rund um den CSD in Münster, aber natürlich auch die Vorfälle in Bremen (und leider auch in vielen anderen Städten) zeigen uns, wie wichtig solche Angebote sind.

Daher konzipieren wir gerade einen Workshop, bzw. eine Workshop-Reihe, die noch in diesem Jahr in Bremen starten wird. Leider haben wir noch keinen konkreten Plan, den wir mit euch teilen können, melden uns aber, sobald die Termine stehen und wir die Anmeldemodalitäten und Rahmenbedingungen geklärt haben.

Ein paar Infos aber schon vorab:

  • wir achten auf sichere und barrierearme Räumlichkeiten
  • der Workshop ist für trans*, inter*, nicht-binäre und agender Personen
  • der Workshop wird in Bremen stattfinden
  • zu Finanzierungszwecken werden wir um einen Teilnehmer*innen-Beitrag nicht herum kommen, planen diesen aber nach Selbsteinschätzung so anzusetzen, dass wir möglichst keine Ausschlüsse reproduzieren (z.B. 5-50€)

Wenn ihr Interesse an dem Workshop habt, meldet euch gerne unter: Anmeldung[at]trans-recht.de wir merken euch dann vor und informieren euch sobald wir konkrete Informationen haben.

Bis hoffentlich bald mit mehr Infos:

Euer Team von Trans*Recht

Schulung für Psychotherapeut_innen

Psychotherapeutische Arbeit mit gendernon-konformen, genderqueeren und trans* geschlechtlichen Personen und ihren Angehörigen

vom 09.12. bis zum 10.12. 2022 in Cloppenburg

mit Dr. Gisela Fux Wolf, Dipl. Psycholog*in, Psychologische Psychotherapeut*in
und Mari Günther, Gemeindepädagogin, Systemische Therapeutin

Gendernonkonforme, genderqueere und transgeschlechtliche Personen teilen in dieser Gesellschaft die Erfahrung, dass die Zuschreibungen, die aufgrund ihres Körpergeschlechts an sie gerichtet werden, nicht ihrem inneren Erleben und ihrer Geschlechtsidentität entsprechen.

Das Buch zum Seminar

Da Geschlecht jedoch in dieser Gesellschaft eine hochrelevante Strukturkategorie darstellt, die in allen sozialen Beziehungen immer wieder angesprochen und mit Erwartungen ausgefüllt wird, stehen gendernonkonforme, genderqueere und transgeschlechtliche Personen immer wieder vor erheblichen Herausforderungen wie Gewalt, Diskriminierungen, Nicht-Anerkennen und Nicht-Gesehen-Werden. Diese machen es notwendig, dass diese Personen ihren Lebensweg immer wieder auch gegen erhebliche Widerstände gehen und einen Umgang mit Barrieren erarbeiten müssen, was zu biografischen Belastungen führen kann und es notwendig macht, spezifische Ressourcen zu entwickeln.

Die Ausgestaltungsweisen von Geschlechtsidentität(-en) und Genderpräsentation(-en) einer Person überschneiden sich mit weiteren lebensweltlichen Merkmalen wie sozioökonomischen Status, Gesundheit, Behinderung, Herkunft etc. Dementsprechend ist die Berücksichtigung der Erfahrungen einer Person mit der je individuellen Positionierung in Bezug auf ihre unterschiedlichen Zugehörigkeiten entscheidend für ein Verständnis ihrer Erfahrungen und Umgangsmöglichkeiten damit.

In der Psychotherapie haben gendernonkonforme, genderqueere und transgeschlechtliche Klient_innen aufgrund ihrer gesellschaftlichen Positionierung spezifische Versorgungsbedürfnisse. Damit erfordert die psychotherapeutische Begleitung dieser Menschen ein Wissen hinsichtlich rechtlicher, psychosozialer und medizinischer Umgangsweisen mit dem Thema, Selbstreflexion der Psychotherapeut_innen hinsichtlich der Bedeutung von Geschlecht und Möglichkeiten der Geschlechtspräsentation, sowie eine therapeutische Beziehungsgestaltung, in der die Psychotherapeut_innen bereit sind, sich auf Unsicherheiten einzulassen und scheinbare Selbstverständlichkeiten in Frage zu stellen oder in Frage stellen zu lassen.

Themen dieser Fortbildung sind:

die Auseinandersetzung mit der Vielfalt von Geschlechtern,
die therapeutische und beratende Begleitung gendernonkonformer, genderqueerer und transgeschlechtlicher Klient_innen in ihren Entscheidungen
Spezifika der Versorgung und Arbeit mit Kindern, Jugendlichen und Familien
bei Bedarf auch in und nach Transitionsprozessen,
die Darstellung der fachlichen Leitlinien in diesem Themenbereich, insbesondere der neuen AWMF-Leitlinie „Geschlechtsdysphorie/ Geschlechtsinkongruenz: Diagnostik, Beratung und Behandlung“,
Informationen über Antragstellung für die Psychotherapie,
Kooperation in Netzwerken psychosozialer und medizinischer Versorgung (Operateur_innen, Logopäd_innen, MDK, Beratungsstellen etc.)
sowie die Selbstreflexion, Rollenübungen und Fallarbeit zum Thema.

Für die Veranstaltung sind Fortbildungspunkte der Psychotherapeutenkammer beantragt.

Anmeldung und Nachfragen: weser-ems@trans-recht.de (0160-5889070)

Kosten der Veranstaltung:

Kosten für approbierte Kolleg_innen/ in fester Anstellung: 390.- Euro
Kosten für Ausbildungskandidat_innen: 230.- Euro

Diese Schulung richtet sich an psychotherapeutisch tätige Personen. Schulungen für Beratende in (psycho-sozialen) Beratungsstellen, Schulsozialarbeiter_innen und Aktive in der Jugendarbeit bieten wir im Rahmen des Projektes Trans-Akzeptanz an.

Jetzt auch Online – Die Lüge / Lesung mit Mikita Franko

Sharepic: Mikita Franko: "Die Lüge" Online Lesung am 07. Juni 2022 - alle Infos hier.

Im Juni haben wir euch gemeinsam mit der Stadtbibliothek und dem Rat und Tat die Online-Lesung zu Mikita Frankos Buch “Die Lüge präsentiert”.

Wir freuen uns, euch die Lesung jetzt auch auf Youtube präsentieren zu können:

In Russland und vielen ehemaligen Sowjetrepubliken gilt die Menschenrechtslage als kritisch und die Meinungsfreiheit ist stark eingeschränkt. Dies gilt auch insbesondere für Minderheiten wie queere Menschen, die ihre eigene Identität und sexuelle Orientierung oft kaum leben können und unter gesellschaftlicher und staatlicher Repression leiden. Hiervon berichtet ein beeindruckender autobiografischer Roman von Mikita Franko.

„Mikita wird nach dem Tod seiner Mutter von ihrem Bruder adoptiert, er ist fünf Jahre alt. Mit Slawa und dessen Partner Lew genießt er eine fröhliche Kindheit. Aber mit der Einschulung beginnt das Versteckspiel, das Lügen. Wenn Besuch kommt, müssen Fotos weggeräumt, in Aufsätzen müssen Dinge verschwiegen oder erfunden werden, und Mikita schlagen Vorurteile entgegen. Er verliert seinen Frohsinn, wird wütend, aggressiv, depressiv.
Erst die Freundschaft mit einem Jungen aus dem Waisenhaus beruhigt ihn. Und dann merkt er, dass er sich zu Jungs hingezogen fühlt. Ausgerechnet! Er beschuldigt sich, zum Beweis für die Propaganda geworden zu sein, die behauptet, gleichgeschlechtliche Paare würden homosexuelle Kinder großziehen. All seine Versuche, sich in Mädchen zu verlieben, scheitern. Es wird noch dauern, bis Mikita Frieden mit sich selbst und seiner Sexualität findet.“

Die Lüge ist ein ausgesprochen unterhaltsames Debüt, schnörkellos und am Puls der Zeit.

Im Rahmen einer Online-Konferenz am 08.06.2022 stellten Mikita Franko und die Übersetzerin Maria Rajer den Roman vor. Im Gespräch mit der Moderatorin Katharina Guleikoff fand ein sehr persönlicher Austausch mit dem russisch-sprachigen Autor statt.

Eine Veranstaltung des Rat&Tat-Zentrums in Kooperation mit der Stadtbibliothek Bremen und Trans*Recht e.V., gefördert im Programm „360° – Fonds für Kulturen der neuen Stadtgesellschaft“ der Kulturstiftung des Bundes.