Dr. Josch Hoenes, 1972 – 2019

Wir trauern um unseren Mitbegründer Josch Hoenes. Josch ist am 22. 9. 2019 im Urlaub unerwartet an Herzversagen gestorben. Nun trauern wir nicht nur um unseren Mitbegründer, sondern auch um unser ehemaliges Vorstandsmitglied, unseren Kassenprüfer, langjährigen Weggefährten, Ratgeber und um einen wichtigen Freund. Ohne Josch gäbe es Trans*Recht heute nicht.

Josch war nicht nur ein Aktivist mit Leib und Seele, er war auch ein Vorkämpfer und Wegbereiter. Er gehörte zur ersten Generation offen trans* lebender Menschen, die als trans* Personen zu Trans*-Themen geforscht haben. Er hat vorgelebt, wie Trans*-Selbstbewusstsein und Empowerment aussehen kann und dabei immer wieder sowohl von seinen Communities als auch von der Mehrheitsgesellschaft Respekt eingefordert. Er hat für Gleichberechtigung gekämpft und sich niemals mit den angebotenen Krümeln zufrieden gegeben. Dabei blieb er immer klug und fair in seiner Argumentation, aber er konnte kompromisslos sein und ist damit oftmals angeeckt. Josch war ein Vorbild für viele von uns.

Im Laufe seines Lebens hat Josch zahlreiche queere und Trans*-Strukturen mit aufgebaut; von lesbischen Community-Strukturen im München der ’90er Jahre über das bundesweite Inter-Trans*-Wisschenschaftsnetzwerk bis hin zu, nun ja, Trans*Recht in Bremen. Und er hat immer wieder die Kraft gefunden, von Neuem anzufangen. Dabei hat Josch viele Erfolge gefeiert und viele Rückschläge einstecken müssen. Einige davon haben wir gemeinsam gefeiert und verarbeitet. Wir haben dabei viel von und mit Josch gelernt und wir konnten dabei immer auf seine differenzierten Perspektiven, seinen Gerechtigkeitssinn und seine Solidarität zählen. Josch hat an den richtigen Stellen “Ja, das machen wir jetzt einfach!” Oder “Nein, lasst uns das nochmal durchdenken” gesagt. Und für diese Impulse werden wir ihm immer dankbar sein. Sein Tod hinterlässt eine schmerzliche Lücke und wir werden ihn noch lange vermissen.